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Veranstaltung: Darf es noch ein bisschen mehr sein? Amateurfilme aus Cottbus (1978-90)
Sonntag, 14. Juni 2026, 11:00 Uhr, Filmmuseum Potsdam, Matinee innerhalb der Reihe „Brandenburgs Filmerbe entdecken“, Einführung: Ralf Forster; Gast: Donald Saischowa, Co-Regisseur von WAS WIRD WERDEN
DARF ES NOCH EIN BISSCHEN MEHR SEIN? heißt ein Film, der 1988 zur sparsamen Verwendung von Waschmitteln aufruft, um die Gewässer des Spreewaldes weniger zu verschmutzen. Es ist die zwanzigste Produktion des Amateurfilmstudios im Textilkombinat Cottbus. Die Gruppe um Hubert Andörfer findet sich 1973 und dreht vor allem in Cottbus und Umgebung, stets auf 16mm. Es entstehen bedeutsame Dokumente der Lokalgeschichte, die das Filmmuseum Potsdam 2016 erworben und digitalisiert hat.
Wie für ein solches Studio üblich, blickt es zunächst auf „seine“ Stadt und „sein“ Werk – begleitet 1978 die Stippvisite des DDR-Kosmonauten Sigmund Jähn in Cottbus, zeigt das Textilkombinat und die dort fabrizierte Mode aus dem bekannten Stoff „Präsent 20“. Auch ein Jugendklub wird porträtiert (FORUM K) und die lebendige sorbische Kultur: Eindrücklich folgt die Kamera Kindern, die den Brauch der Vogelhochzeit nachspielen und dabei etwas vom Erbe lernen sollen. Schließlich greifen die Amateure auch heikle Themen auf, etwa in HE, JUNGE MUTTI! (nach dem Song von Jürgen Kerth) die in der DDR kaum öffentlich gemachte Gewalt gegen Kinder.
1990 löst sich die Filmgruppe auf, das Textilkombinat wird abgewickelt. Zwei Studiomitglieder fassen den Plan, die „Wende“ in Cottbus auf Video festzuhalten, ohne Skandale und ohne Orte, an denen die Medien ohnehin präsent sind, und mit vielen Interviews. WAS WIRD WERDEN ist ein einzigartiges Zeitzeugnis, das in Auszügen vorgestellt wird.

