Aktuell
Veranstaltung: Narrenland ist abgebrannt. Hausbesetzungen in Potsdam 1992/93
Sonntag, 18. Oktober 2026, 11:00 Uhr; Filmmuseum Potsdam;
im Rahmen der Reihe Brandenburgs Filmerbe entdecken;
Einführung: Ralf Forster, zu Gast: Dietmar Hajduk
Dortu 65, Gutenberg 95, Fabrik, Villa Bertini: 1991 war Potsdam wild und gemessen an der Einwohnerzahl die Stadt mit den meisten Hausbesetzungen in Deutschland. Es herrschte Wohnungsmangel, viele Gebäude zerfielen und die politische Wende hatte gesellschaftliche Freiräume ermöglicht. Links-alternatives Leben wurde ein Kulturfaktor in Potsdam, geliebt, geduldet und bekämpft.
Zwei seltene Filme haben diese besondere Situation dokumentiert, die seit langer Zeit wieder im Kino zu sehen sind: NARRENLAND IST ABGEBRANNT und LEBEN IM BESETZTEN HAUS. Sie blicken auf eine lebendige Szene, als erste Räumungen bereits stattgefunden haben. Diese werden aber nicht gezeigt; stattdessen kommen die Betroffenen zu Wort, auch die Bevölkerung im Kiez.
Da beide Filme unvoreingenommen auf den Alltag der Besetzer*innen schauen, bleiben auch ihre Lebensentwürfe bestehen. Nebenbei wurde viel Kunst festgehalten, die vergessene Band Nuffty etwa und die „Große Aufführung des nekrophilen Kabinetts“ am 1. Mai 1992 in der Reithalle Schiffbauergasse.

