Aktuell

Veranstaltung: Der Potsdamer Maler Hubert Globisch vor und hinter der Kamera

Sonntag, 17. Januar 2021, 11:00 Uhr, Matinee im Filmmuseum Potsdam, innerhalb der Reihe "Brandenburgs Filmerbe entdecken"

Veranstaltungen: Gelenkte Erinnerung: KZ-Gedenkstättenfilme aus der DDR

Mittwoch, 27. Januar 2021, Filmmuseum Potsdam, zum Internationalen Holocaust-Gedenktag
Freitag, 26. Februar 2021, Zeughauskino Berlin, in der Reihe FilmDokument von CineGraph Babelsberg

Buch: Greif zur Kamera, gib der Freizeit einen Sinn. Amateurfilm in der DDR. München: edition text + kritik 2018

Das umfangreiche Buch von Ralf Forster untersucht einen wichtigen Bereich organisierter Freizeitbetätigung in der DDR. In 40 Jahren schufen rund 900 Amateure mehr als 10.000 Filme.

Buch: Die Kinderzeitschrift BUMMI. Vom Spielzeugland in die ostdeutsche Wirklichkeit. Reckahn 2017

Das Begleitbuch zur Ausstellung im Rochow-Museum Reckahn ist das Ergebnis der ersten umfassenden kulturwissenschaftlichen Untersuchung der Kinderzeitschrift BUMMI.

Veranstaltungen: Gelenkte Erinnerung: KZ-Gedenkstättenfilme aus der DDR

Mittwoch, 27. Januar 2021, Filmmuseum Potsdam, zum Internationalen Holocaust-Gedenktag
Freitag, 26. Februar 2021, Zeughauskino Berlin, in der Reihe FilmDokument von CineGraph Babelsberg

Einführungen: Dr. Ralf Forster (Filmmuseum Potsdam)

Zwischen 1958 und 1961 eröffneten die drei großen Nationalen Mahn- und Gedenkstätten der DDR. Sie wurden an Standorten ehemaliger NS-Konzentrationslager eingerichtet: Buchenwald, Ravensbrück, Sachsenhausen. Neben dem Erinnern an die Verbrechen stand die Aufgabe, aktuelle Aspekte der offiziellen Geschichtsdeutung zu vermitteln und die DDR als Friedensstaat im Kalten Krieg darzustellen. Der didaktischen Unterstützung dienten u.a. dokumentarische Filme, die für verschiedene Verwendungen konzipiert wurden, etwa für das Kino-Beiprogramm oder für Vorführungen in den Gedenkstätten selbst.

Während GELÖBNIS VON SACHSENHAUSEN (1961) als emotional verdichtete Vor-Ort-Reportage von der Gedenkstätteneröffnung mit Originaltönen der internationalen Opfervertreter angelegt ist, weiten sich FRAUEN IN RAVENSBRÜCK (1968) sowie O BUCHENWALD (1984) zu bildgewaltigen Rückschauen auf den Nationalsozialismus, in denen die Konzentrationslager nur ein Baustein sind. Beide Filme behaupten seine Ursachen in der Weimarer Republik, betonen den Schulterschluss Hitlers mit der Wirtschaft und heben den aktiven kommunistischen Widerstand heraus – der Holocaust kommt nur am Rande vor. Den Sprung in die Gegenwart vollziehen GELÖBNIS VON SACHSENHAUSEN und O BUCHENWALD, indem sie die Nichtverfolgung von NS-Tätern sowie neonazistische Tendenzen in der Bundesrepublik anprangern.

Einen angemessenen Gegenpart zu den meist dramaturgisch überladenen und auf Überwältigung des Publikums zielenden DEFA-Gedenkstättenfilmen bildet ALS DIE ANEMONEN BLÜHTEN (1984): Langsam zoomt die Kamera an Bäume heran, die rote Häftlingsdreiecke und Einritzungen tragen, Zeugnisse des Todesmarsches: „Man erzählt, die Schicht unter der Rinde war essbar. Einige schnitzten Zeichen in die Bäume – im Wald bei Below.“