Schmalfilme mit Geschichten

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Greif zur Kamera, gib der Freizeit einen Sinn. Amateurfilm in der DDR

Ein Buch von Ralf Forster; in der Reihe Audiovisuelles Kulturerbe, Band 3, hg. von Chris Wahl,
München: edition text + kritik 2018
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Die Studie untersucht einen wichtigen Bereich organisierter Freizeitbetätigung in der DDR. In 40 Jahren schufen rund 900 Amateure mehr als 10.000 Filme. Sie agierten zwischen staatlicher Förderung, Kontrolle und Reglementierung, erarbeiteten sich dennoch Freiräume und wirkten in die Öffentlichkeit hinein.
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Ihre Filme waren oft angepasst, formulierten aber auch Kritik, hatten Witz oder eine gute Geschichte und nahmen nicht selten Randständiges in den Blick. Insofern ist der Amateurfilm in der DDR ein Brennglas der damaligen Gesellschaft – mit ihrer Kulturpolitik und Ökonomie, den Möglichkeiten von Kunstausübung sowie den Sehnsüchten nach Austausch mit Gleichgesinnten und Selbstverwirklichung.
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Neben den politischen Rahmenbedingungen und Strukturen werden in dem Band die Produktions- und Rezeptionsseite genauso berücksichtigt wie die technischen Grundlagen und Ästhetiken der Amateurfilme. Fallstudien widmen sich einzelnen Studios und Filmemachern sowie Phänomenen des Forschungsfeldes wie etwa der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie der Überwachung durch die Staatssicherheit. Ein besonderes Gewicht liegt auf der Aufführungspraxis, wobei sowohl offizielle Festivals als auch interne Veranstaltungsformen aufgegriffen werden. Ein Schlusskapitel problematisiert die gegenwärtige Verwendung von DDR-Amateurfilmmaterial und zeigt Wege zur nachhaltigen Bewahrung und Edition dieses wichtigen Erbes auf.
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Die beigelegte DVD enthält 16 Beispiele des DDR-Amateurfilms, die erstmals für eine breitere Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Die Filme repräsentieren wesentliche Themen und ästhetische Kategorien der Gattung. Alle Beispiele werden im Buch näher analysiert.
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Die Edition ist am 7. November 2018 erschienen und für 49,00 EUR über den Verlag und den Buchhandel bestellbar.

Die Kinderzeitschrift BUMMI. Vom Spielzeugland in die ostdeutsche Wirklichkeit

Begleitbuch zur Ausstellung im Rochow-Museum Reckahn

Seit 60 Jahren begeistert die Vorschulzeitschrift BUMMI Kinder mit Angeboten zum Lesen, Basteln und Spielen. Titelheld ist ein gelber Bär, der 1957 aus dem Spielzeugland nach Berlin zog. In der DDR sollte er Drei- bis Sechsjährigen das Leben in einem sozialistischen Land erklären. Zugleich förderten Bildergeschichten, Mitmachaktionen, Rätsel, Lieder, Gedichte und Bastelbögen die Kreativität. Eltern und Kindergärtnerinnen nutzten das Magazin, um praktische Fähigkeiten zu vermitteln und Kinder politisch zu erziehen. Doch die Ideologisierung und Militarisierung in BUMMI erfuhr auch Ablehnung, insbesondere durch kirchliche Kreise.
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Das Begleitbuch zur Ausstellung im Rochow-Museum Reckahn ist das Ergebnis der ersten umfassenden kulturwissenschaftlichen Untersuchung von BUMMI. Jeanette Toussaint und Ralf Forster analysieren die Themen der Zeitschrift und folgen dem Weg des Bären in weite Bereiche des DDR-Alltags – und in die Gegenwart: BUMMI im Film, BUMMI als Namenspate für Produkte, Kaufhäuser und Kindergärten, BUMMI im Sport. Zu Wort kommen die langjährigen Chefredakteurinnen Ursula Böhnke-Kuckhoff und Sabine Drachsel. Originalzeichnungen von Illustratorinnen und Illustratoren zeigen die künstlerischen Handschriften der Zeitschrift.
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Der Band zum Preis von 15,00 EUR kann im Rochow-Museum Reckahn bestellt werden.

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