Aktuell

Veranstaltungen: Fortschritt als Versprechen. Industriefilm im geteilten Deutschland

Filmreihe zur Ausstellung im Deutschen Historischen Museum, Freitag, 24. Februar 2023 bis Freitag, 31. März 2023, Berlin, Zeughauskino im Pei-Bau des Deutschen Historischen Museum - kuratiert und eingeführt von Jeanpaul Goergen, Florian Wüst, Günter Riederer und Ralf Forster

Buch: Heimkino auf Ozaphan. Mediengeschichte eines vergessenen Filmmaterials. Berlin: CineGraph Babelsberg 2020 (= Filmblatt-Schriften; 11)

Die Popularisierung des Heimkinos begann in den 1930er Jahren. Erstmals konnten sich breitere Bevölkerungskreise ein Kino zu Hause leisten. Einen wichtigen Anteil daran hatte der aus Cellophan hergestellte, schwer brennbare Ozaphan-Film.

Buch: Greif zur Kamera, gib der Freizeit einen Sinn. Amateurfilm in der DDR. München: edition text + kritik 2018

Das umfangreiche Buch von Ralf Forster untersucht einen wichtigen Bereich organisierter Freizeitbetätigung in der DDR. In 40 Jahren schufen rund 900 Amateure mehr als 10.000 Filme.

Buch: Die Kinderzeitschrift BUMMI. Vom Spielzeugland in die ostdeutsche Wirklichkeit. Reckahn 2017

Das Begleitbuch zur Ausstellung im Rochow-Museum Reckahn ist das Ergebnis der ersten umfassenden kulturwissenschaftlichen Untersuchung der Kinderzeitschrift BUMMI.

Veranstaltungen: Fortschritt als Versprechen. Industriefilm im geteilten Deutschland

Filmreihe zur Ausstellung im Deutschen Historischen Museum, Freitag, 24. Februar 2023 bis Freitag, 31. März 2023, Berlin, Zeughauskino im Pei-Bau des Deutschen Historischen Museum - kuratiert und eingeführt von Jeanpaul Goergen, Florian Wüst, Günter Riederer und Ralf Forster

Glühend heißer Stahl, rauchende Schlote und blinkende Schalttafeln; lange Fertigungsbänder mit frisch lackierten Autotüren; mikroskopische Einblicke in chemische Prozesse, die mit bloßem Auge unsichtbar sind; glückliche Arbeiter und Unternehmer, die stolz von den Erfolgen ihres Konzerns berichten. Solche Bilder sind ikonisch geworden, sie haben den Industriefilm in Deutschland geprägt. Die Aufnahmen erzählen von wirtschaftlichem Aufschwung, steigendem Konsum, schöneren Produkten, von Modernisierung, Automatisierung und einer gestiegenen Lebens- und Arbeitsqualität dank technischer Innovation – eine Sprache des Fortschritts in Ost und West.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hat der Industriefilm den wirtschaftlichen Wiederaufbau unter unterschiedlichen ideologischen Vorzeichen in beiden Teilen Deutschlands ins Bild gesetzt. Als auftragsgebundene Filmproduktion folgte er dabei in der Bundesrepublik unternehmerischen Vorgaben, während in der DDR staatliche und betriebliche Interessen zu berücksichtigen waren. Trotz dieser unterschiedlichen Herstellungskontexte versprechen die Filme hier wie dort vor allem eines: Fortschritt, ein besseres Leben und Arbeiten, eine glückliche Zukunft. In der jungen Bundesrepublik sind damit zu allererst Wohlstand, Mobilität und eine stetig wachsende Wirtschaftskraft gemeint, im Osten Deutschlands vor allem das Ausrufen ökonomischer Programme und die Gründung sozialistischer Großbetriebe, die auch den sozialen und persönlichen Aufstieg ihrer Arbeiter im Blick behalten.

Mit der zunehmenden Technisierung der Arbeitswelt und einem sich entwickelnden Bewusstsein für die ökologischen Folgen umweltschädlicher Technologien ändern sich ab den 1960er Jahren auch die Vorstellungen von Qualität, Fortschritt und Modernität, die die Industriefilme propagieren. Sie tragen einem sich wandelnden Image der Konzerne und Betriebe Rechnung, die Fortschritt neu definieren und etwa im Westen ethische Aspekte in die Leitbilder ihrer automatisierten, von Robotern gesteuerten Arbeitswelten integrieren. Fortschritt als Versprechen. Unter diesem Motto vereint die Retrospektive Industriefilme aus West- und Ostdeutschland, die für Unternehmen und Betriebe aus dem Bergbau, der Eisen-, Stahl- und Automobilindustrie sowie der Chemischen und Optischen Industrie geschaffen wurden.

Programme, eingeführt von Ralf Forster

Von schweren Anfängen und einem Alltag der Rekorde. Die DDR-Stahlindustrie im Film, Sonntag, 26. Februar 2023, um 16:30 Uhr

Alles für die Kohle. DDR-Industriefilme über die Energiegewinnung, Samstag, 4. März 2023, um 18 Uhr

Verschleppte Motorisierung. DDR-Filme rund um das Auto, Samstag, 18. März 2023, um 18 Uhr

Chemie in Aktion. Betriebe und Produkte im DDR-Industriefilm, Dienstag, 21. März 2023, um 19 Uhr

Leben aufzeichnen, Wissen vermitteln, Kommunikation verbessern. Industriefilme bewerben Fotografie, Film und Magnetband, Freitag, 31. März 2023, um 18 Uhr

Zeiss für die Welt. Industriefilme aus Jena und Oberkochen, Freitag, 31. März 2023, um 20 Uhr