Schmalfilme mit Geschichten

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Schmalfilme sind grandiose Sammlerstücke, ob im Format 8-, 9,5- oder 16mm. Sie leben vom Reiz der mechanischen Filmprojektion mit allen Geräuschen und O-Tönen – viele benötigen einen Live-Kommentar. Diese Home Movies haben Wohnzimmer- oder Klassenraumqualität, die Vorführung wird jedoch hautnah erlebt.

Ihre Inhalte sind Repliken des „großen“ Kinos. Zusammengestaucht auf 5 bis 20 Minuten entwickeln sie eine eigene überraschende Ästhetik, die heutigen Sehgewohnheiten nahe kommt. Die gesamte Filmgeschichte liegt so prinzipiell auch auf Schmalfilm vor. Einige Filme, vor allem kurze, existieren aber nur als 8- oder 16mm-Streifen!

Schmalfilme reflektieren die Film- und Sozialgeschichte gleichermaßen. Ab den 30er Jahren wurde jeder „große“ Film auch auf die kleinen Formate kopiert und Privatleuten oder Vereinen angeboten. In der Heimperformance vermischte sich Selbstgedrehtes mit Kauf- oder Leihfilmen – ähnlich den DVD-Abenden heute. Filminhalte, Programmangebot und Vorführpraxen sind unmittelbare Zeugnisse einer fast vergessenen Populärkultur.

Der Filmwissenschaftler Ralf Forster sammelt seit 1990 Schmalfilme. Sein Privatarchiv umfasst mittlerweile mehr als 1300 solcher Home Movies: Trödelmarkt-Fundstücke, Entdeckungen auf dem Second-Hand-Markt, gerettete Ladenhüter, Mitbringsel von Betriebsauflösungen.

Zu speziellen Programmen arrangiert werden diese Schmalfilme auf Festivals, in Kinos und Clubs vorgestellt – mit originaler Technik, Einführung und Musikbegleitung. Bisherige Stationen waren Programmkinos in Berlin (Kino Arsenal, Kunstverein Acud), Köln, Bochum (endstation kino), Bordesholm und Leipzig, die Dresdner Schmalfilmtage, das Interfilm-Festival und die Selliner Cartoontage.

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